Auf der Jagd nach den besten Schreib-Tipps…

Carl_Spitzweg_-_Der_arme_Poet_(Neue_Pinakothek)

Es gibt im weiten Universum des Internets unzählige Tipps für so ziemlich jede Lebenslage. Und je mehr ich mich mit dem Schreiben beschäftige, desto mehr finde ich schlaue, und nicht selten auch wirklich witzige, geschriebene Worte die mein Schreiben bereichern sollen. Oder straffen. Oder tiefer erscheinen lassen. Oder besser durchdacht. oder, oder, oder… Schreibschulen der verschiedensten Art, manchmal gepaart mit Angeboten für suuuupertolle persönliche Coachings – über deren Preise ich manchmal schon ein bisschen schmunzeln muss 😛 

Ich habe mich immer mal für diesen oder jenen Newsletter angemeldet und ein paar Streifzüge durch die Download-Welten unternommen, hab mir eine Sammlung an klugen Tipps zurechtgelegt auf die ich jederzeit zugreifen könnte.

Und was soll ich sagen: Ich habe wirklich auch ne Menge guter Tipps gefunden die mir ernsthaft weitergeholfen haben.

Aber…  ich hab da ein klitzekleines Problem:

WANN, um Himmels Willen, soll ich mich mit alldem beschäftigen???

Ich bin ein Späteinsteiger!

Und damit habe ich schon viel zu viele Jahre verpasst in denen ich hätte schreiben können.

Und nun ploppt mir jeden Tag so ein kumpelhafter Blogschreiber im Newsletter auf, der mich auf seine Seite lockt weil er den Stein der Weisen gefunden hat? – Weißt du was? behalt ihn, mein Freund!

Ein anderer bewirft mich wöchentlich mit fast schon beleidigenden Headlines, um mir zu zeigen wie schnell er mich doch zum besten aller je dagewesenen Schreiberlinge machen könnte, wenn ich nur wollte…(Tja, sorry, mein Gutster! Ohne mich!!)

Ich hab noch jeden Newsletter wieder abbestellt – außer dem einen der mir wirklich wertvoll ist: das ist Richard Norden´s WritersWorkshop E-Zine. Aber der ist auch nur monatlich und bietet wirklich interessante Artikel.

Ich lese mich mit Spass durch Blogs, die zum Teil neben gutem Handwerk auch echtes Entertainment bieten (allen voran Kristen Lamb´s Blog) Aber…

Wenn ich mich mit so unendlich vielen, sicher sehr klugen und weisen Ratschlägen beschäftige, wann bitte soll ich selbst noch schreiben?

Ich meine – ja klar! Das richtige Handwerkszeug ist Grundlage für jeden erfolgreichen Job. Und Schreiben ist ein Job! Auch wenn man vielleicht (oder in den meisten Fällen sehr wahrscheinlich) wenig bis gar kein Geld damit verdient. Und ich bin überzeugt, dass man nicht schreiben kann, wenn man keinen Spaß am Umgang mit der Sprache hat. Den Möglichkeiten, die die Sprache einem bietet um völlig neue Welten zu entdecken…

Klar ist: ich hätte sicherlich noch jede Menge Schulung nötig um nicht nur zu schreiben, sondern auch GUT zu schreiben.

Nur, ganz ehrlich, unterm Strich fehlt mir die Zeit dazu!

Mir kommen einfach zu viele Dinge in die Quere, angefangen mit solch lächerlichen Nebensächlichkeiten wie dem Geldverdienen um leben (aka schreiben) zu können, verlier ich mich auch noch viel zu gerne im Internet oder gönn mir mal einen halben freien Tag mit einem spannenden Buch auf der Couch… – das ich dann nur widerstrebend aus der Hand lege.

Aber: Ich kann doch nur lesen ODER schreiben. *seufzt*

Manchmal frage ich mich ernsthaft, wie Goethe und Schiller, Ende oder auch Süsskind es geschafft haben, so ganz ohne Internet…

Oder vielleicht klappte es ja gerade deshalb?  😛

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7 Kommentare to “Auf der Jagd nach den besten Schreib-Tipps…”

  1. Ohne Internet bleibt mehr Zeit zum Schreiben 😉
    Ich hab’s aufgegeben, mir jeden Tipp anzusehen. Ich lese ebenfalls das E-Zine von Richard Norden (und da bin ich, glaube ich, 3 Ausgaben im Rückstand) und jeden Beitrag von Kirsten Lamb, weil sie einfach witzig schreibt (und herrliche Ansichten zum Thema „Frau über 30“ hat) und dann noch die wöchentlichen Tipps von Marcus Johanus. Das war’s, für mehr ist nicht Zeit.
    Ich hab genug Schreibratgeber gelesen, um eine Ahnung vom Handwerk zu haben, und alle paar Monate lese ich wieder einen, aber Schreiben lernt man nun mal nur durch Schreiben, und dafür brauche ich Zeit, die ich nicht ins Lesen von Tipps investieren kann.
    Abgesehen davon hat noch immer keinen den 26-Stunden-Tag erfunden, und ich bin darauf angewiesen, einen Großteil meiner privaten Arbeiten in der berühmten Stunde zwischen 24 und 0 Uhr zu erledigen 🙂

  2. Haha! Ja, Kristen ist einfach klasse!
    Schreibratgeber sind ja wirklich was Feines. Aber ganz im Ernst, bis ich alle gelesen hätte wär ich alt und grau… Ähm, also.. äähh…grauer als heute… *grinst*
    Anscheinend hatte aber jeder die Phase, in der er/sie Ratgeber en gros verschlungen hat, bis man eben merkt dass das eigene Schreiben dabei zu kurz kommt. Also: Nee, ich glaube wirklich das klassische Learning-by-Doing ist durch nichts zu ersetzen. Wobei natürlich immer ein kritischer Blick über´s eigene Werk geworfen werden muss. Und im Endeffekt hat keiner das Rad neu erfunden, wenn du mich fragst. Was man letztlich draus macht ist natürlich wieder eine ganz andere Sache…
    A pro pos draus machen…
    Bist du fleißig??
    Die berühmte Stunde entfällt bei mir leider meistens, aufgrund unüberwindlicher Erschöpfung…
    Aber: Ich versuch brav zu sein und dir heut abend – oder morgen die versprochenen Details zu schicken. Vielleicht sogar mit einer Leseprobe?, wenn du weiterhin lieb zu sein versprichst… 😀
    Morgen wär gut, denn hier ist das Narrenvolk unterwegs, und seit dem Umzug ins närrische Mainz haben wir mit Rosenmontag einen zusätzlichen Feiertag… 🙂 So haben die Pappnasen ja auch was Gutes…

  3. *sehr breites Grinsen*
    Okay, Mieze, Du hast es so gewollt…! :mrgreen:

  4. Stephen King’s über das Leben und das Schreiben enthält unzählige hilfreiche Tips. 🙂
    Ansonsten kann man auch bei Magnus sehr gut Deutsch lernen -> http://unzensiert.zeitgeist-online.de/

    • Yep! Der alte „König“ steht ganz oben auf der Wunschliste. Bisher hab ich nur Auszüge und Kurzfassungen gelesen. Aber ich glaub wirklich, „über das Leben und das Schreiben“ ist ein absolutes Muss!
      Magnus kenn ich nur flüchtig… Aber ich werd mal näher reinschnuppern, Danke für den Tipp!
      (Und wann bitte schreib ich selber weiter? ❓ …. Mist! Irgendwie passen die 24 Std. nicht zum Programm….)
      😀

      • King lohnt sich definitiv. Magnus ebenfalls.
        Vielleicht findest Du auch in meinen Artikeln die ein oder andere Anregung oder rhetorische Lehrstücke. 🙂
        Aber letztlich ist es beim Schreiben schon so, wie eigentlich übeall: Übung macht den Meister!

        LG

        Ps. Was die 24h betrifft, bist Du beileibige nicht die einzige – meine Wenigkeit hat sich jedenfalls schon öfter gewünscht, die Tage hätten fünfzig. 😉

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