Warum auch kleine Buchmessen großen Spass machen…

Lang, lang ist´s her… So Sorry!

In der schier endlos langen Zeit, in der ich weder mich aufraffen konnte (Real Life war einfach BÄH!), noch die passende Zeit fand für einen guten Blogbeitrag (und stressig war´s auch noch, das Real Life), hab ich mich natürlich trotzdem nicht gänzlich im Schneckenhaus verkrochen. Und neben ein paar großartigen Besuchen der hiesigen Maifestspiele, sowie einem superschönen und feuchtfröhlichen Wochenende bei Freunden in Freiburg, war genau dieses Wochenende ein Highlight, auf das ich mich wirklich gefreut habe:

Freitag bis Sonntag war in Mainz die Buchmesse in der Alten Lokhalle.

Ich nehme nicht an dass besonders viele unter euch die Alte Lokhalle in Mainz kennen (oder überhaupt irgendwas in Mainz?? …hm, vielleicht wenigstens Mainz selber ❓ ) Für euch sei gesagt: es ist eine kleine, gemütliche Halle, gerade mal so groß wie die Aula unserer Schule war (das ist zwar 100 Jahre her, aber entspricht wahrscheinlich der Größe so ziemich aller Aulen in allen Schulen…) – und ein „Wintergarten“ mit kleiner Bühne ist auch noch dabei.

Natürlich ist die „Buchmesse Rheinland-Pfalz“, wie sie eigentlich heißt, nicht gerade ein internationaler Spielplatz auf dem die Großen und Mächtigen im Metier sich tummeln. Aber genau das macht sie so charmant! Ich habe mit Gucken und Stöbern und dem Programm drumherum fast einen ganzen Tag verbracht, und dann kannte ich nicht nur die Aussteller persönlich, sondern wurde auch schon mit freundlichem Nicken und einem breiten Grinsen begrüßt, als ich zum 5. Mal an meinem Lieblingsstand vorbeischlenderte – um schon wieder dran hängen zu bleiben…

Deshalb also für euch einmal zusammengefasst, warum sich auch kleine Messen ganz unbedingt lohnen:

1. – Alles ist (nicht nur ein bisschen) familiärer als bei den Großen.

Im Ernst, wenn man an den Ständen der Aussteller entlang bummelt und in dieses oder jenes Gespräch reinlauscht, hat man irgendwie das Gefühl die Leute kennen sich alle, Besucher wie Aussteller, und wenn man sich traut selbst ein paar Worte dazwischenzuwerfen ist man sofort im Gespräch… Und mit Gespräch meine ich nicht die verkaufsprofimäßige Überhäufung mit Lobpreisungen, die einen in die Zange nimmt und zusammen quetscht bis man so ziemlich alles unterschreibt, nur um dem Wahnsinn irgendwie zu entkommen. Nein, Gespräch heißt richtig plaudern, über den Tag, über die Bücher, über das Programm, und natürlich noch mal über die Bücher. Zwanglos, freundlich, interessant…Und hin und wieder auch umwerfend komisch und geistreich.

2. – Im Programm hat es immer ein besonderes Highlight!

In diesem Fall war das eine supergeniale Poetry-Slam-Show mit zwei Jungs, die schon 2x deutschsprachiger Vizemeister im Poetry-Slam waren. Die beiden Jungs haben dermaßen gerockt, dass ich aus dem Grinsen schier nicht rauskam… Ich war von der akrobatischen Wortgewalt völligst begeistert.

Ein gutgemeinter Rat an alle, die Poetry-Slam noch nicht kennen: Leute! Sucht euch in eurer Nähe eine Veranstaltung aus und geht euch das Spektakel angucken! Es macht einfach Spass!! 😀

– Ausser der genialen Slam Show gab es natürlich Lesungen, von mal mehr, mal weniger bekannten Leuten. Mein Favorit war Marius Jung: „Moral für Dumme -Das Elend der politischen Korrektheit“. Böse! Und gut! Richtig gut! Und natürlich sowas wie ein Lokalmathador! (Ich meine, hey! Das ist die Buchmesse Rheinland-Pfalz! *schüttelt den Kopf* – Da kommen Dan Brown und Brent Weeks nich für hinterm Ofen vor! Aber was in unserer Ecke Rang und Namen hat? IST DABEI!!  😉 )

Den Vortrag über Self Publishing hab ich dann zwar verpasst, aber das konnte ich mir verzeihen. (Da hab ich ja noch ne MENGE! Zeit bis es soweit ist… 🙂 )

3. – Kleine Verlage stellen sich vor!

Okayyyy… Das kann gut sein. Oder auch nicht. :/

Um ehrlich zu sein, bischöfliches Antiquariat zählt genausowenig zu meinen Favoriten wie der mittlerweile schier unvermeidliche Regio-Krimi – aus Bad Kreuznach…! *reißt die Augen auf* – Wie bitte??? Bad Kreuznach??? Das ist eine 40.000 Seelen-Gemeinde, deren größte Attraktion eine wunderbare (teure) Therme ist. ABER!! – hat eine eigene Krimi-Serie! Da staunt ihr, gell?  Ist zwar nicht mein Ding, aber anscheinend hat es dafür einen Markt. Und 40.000 Seelen? Naja, warum nicht? Wenn nur jeder 5. so´n Büchlein kauft… *zuckt die Schultern* –  Wird sicherlich kein internationaler Bestseller, aber den Anspruch muss man ja auch nicht haben…  😛

Aber neben all diesen, im Großen und Ganzen… netten…, Ständen, waren ein paar kleine und ganz kleine Verlage da, die mir richtig Spaß gemacht haben.

Immerhin 2 davon beschäftigen sich, wenn auch nicht haupsächlich, so doch immerhin auch mit Fantasy! Die Auslage war klein, aber fein und die Leute super nett.

Ich war fasziniert davon, wieviele kleine und völlig unbekannte Verlage in unserer Region zu finden sind. Einer davon, der „Wind und Sterne Verlag“ hat mir besonders gefallen, einfach weil der Inhaber mit einer solchen Begeisterung erzählte, dass man gar nicht anders konnte als Spaß zu haben. Erst letztes Jahr aus der Taufe gehoben, haben Vater und Tochter schon ein richtig cooles kleines Programm auf die Beine gestellt, mit Büchern, die allein schon im Layout und der Verarbeitung aus der Masse herausstechen… Ich bin schon sehr gespannt, wie sich die drei kleinen Krimis lesen, die ich mitgenommen habe…

4. – Es gibt immer etwas ganz Besonderes zu entdecken!

Und das ist in diesem Fall wirklich etwas GANZ!! Besonderes:

Das Projekt: Ein Fantasy Roman. Entstanden aus einem Paper&Pen Rollenspiel. Und nun in 3 Bänden erzählt. Schön, werdet ihr sagen, und was ist so toll dadran??

„Amizaras“ ist weit mehr als nur ein weiteres Fantasy Buch. Das Projekt verlegt nicht einfach nur einen Autor und seinen Text, sondern hier wird das gesamte Buch zum Erlebnis!

Die Machart ist einfach großartig! Hardcover, mit Prägung und – ACHTUNG!! Fadenheftung! 800 Seiten sauber geheftet, das ist allein schon ein Riesenaufwand! (von den Preisen gar nicht zu reden…)

Innendrin ist das Werk gespickt mit Illustrationen, die z.T. aufwendig an Originalschauplätzen fotografiert und dann in Illustrationen umgesetzt wurden.

Das Papier ist smooth und wertig und schattiert.

Einfach ein schönes Buch!

Und der Vertreter des Projektes hatte so leuchtende Augen, wenn man ihm Fragen stellte, und erzählte mit soviel Herzblut und Begeisterung von seinem Projekt, dass es ein wahre Freude war ihm einfach zuzuhören…

Keine Frage – Natürlich habe ich den ersten Band mitgenommen! Wenn ein Buch so sehr gewertschätzt wird, dann hat es den Kauf allemal verdient! Und fast hätte ich auch noch das Lesezeichen dazu gekauft: ein metallenes Schwert, original aus dem Buch. Todschick! Aber, leider, mein Budget war längst erschöpft… *Seufzt*

5. – Man kommt ins Gespräch….

Und – jetzt platze ich gleich: *…Trommelwirbel….*:

der nette Herr vom feinen, kleinen Acabus Verlag aus Hamburg, hat mir seine Visitenkarte überlassen, mit den Worten: „Na, wenn Sie soweit sind, schicken Sie´s mir doch einfach zu! Sie können sich auch gerne auf mich berufen! Ich würde mich freuen!“

BANG!!!!  🙂

– Ja,ja… ich weiß! Es ist nicht unwahrscheinlich, dass der nette Herr von gestern schon heute nicht mehr weiß, wer ich bin…. Aber trotzdem! Mein Grinsegesicht hat jedenfalls bis abends angehalten.

Und… wer weiß?…

Unterm Strich war das ein großartiger Tag. Und hat meine Motivation nach so langer Zeit wieder auf Höhen geschossen, die mich schnurstracks zurück an die Arbeit führten… Heute morgen ist daraus endlich die Karte meiner Welt entstanden, und bevor es nächste Woche in Urlaub geht, *YAY!!* werde ich es hoffentlich schaffen, mein Projekt „Zwischen den Welten“ auch hier im Blog einzubinden…

Bis dahin: bleibt fröhlich!

😀

Mo

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4 Kommentare to “Warum auch kleine Buchmessen großen Spass machen…”

  1. Hört sich nach einem tollen Messetag an, mit einem unerwarteten Bonus – Networking rules! Find ich super, dass du jetzt einen Lektor/Verlagsleiter kennst und eine persönliche Anlaufstelle hast. Und als nächsten Blogpost bekommen wir eine Einführung in den erfolgreichen Pitch?
    Also ran an die Tasten und tauch ein zwischen den Welten, damit ich was zu lesen bekomme 😀

    • Hey Du! *lacht* also zumindest ist meine Motivation zurück aus dem Exil. Und ich denke, das passt ganz hervorragend zu meinem Urlaub, der am Freitag beginnt und meine Muse an die südfranzösische Küste entführt… Erfahrungsgemäß steigert das ihre Kreativität ganz ungemein…. Hoffen wir das Beste, lieber Leser! 🙂
      In der Zwischenzeit kannst du dich ja immer noch, falls du wirklich unter Langeweile leidest (was ich, ehrlich gesagt, doch einigermaßen bezweifle! 😀 ) auf die fanfiction stürzen…. *zwinkert*
      Nee, im Ernst, ich plane dich GANZ FEST!! ein um mir nach dem Sommer die erste Review zu geben….
      (Und ich meine, hey! Das ist dann echt als Ehre zu betrachten!! 😛 )

      • *verbeugt sich* Ich bedanke mich für die Ehre und werde penetrant lästig sein, wenn ich im Herbst nichts zu lesen bekomme.
        Südfrankreich… jetzt bin ich neidisch. Dass du mir bei der Recherche nicht in Höhlen verloren gehst! Ich wünsche einen schönen Urlaub, möge die Muse sich auftanken und du voller Elan und Inspiration zurückkommen 😀

      • hmm, die Gefahr ist groß dass ich, wenn schon in Höhlen, dann auch gleich in einer anderen Welt lande… Vielleicht treff ich ja meinen Schatten? Ist bestimmt ne Riesenkatze – so´n Höhlenlöwe oder sowas… Oder vielleicht doch endlich mal ein Drachen?? (Obwohl, man sollte ja nie zuviel erearten…) 😉
        Merci für die guten Wünsche!!
        *winkt*

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