„Vom Leben und vom Schreiben“…

CIMG0365Kaum zu glauben: schon wieder ist es schlappe 3 Monate her seit dem letzten Post hier… Shame on me!

Und ich kann gar nicht sagen, wo die Zeit geblieben ist. Ihr alle habt den Sommer selbst erlebt: es war heiß! Und ich musste feststellen, dass ich Hitze lange nicht mehr so gut vertrage wie früher mal. Sobald das Thermometer über die 30° steigt zieht bei mir die pure Erschöpfung ein. Was dazu führte, dass ich, bis auf gelegentliche Veranstaltungen, das gemütliche Tässchen Wein mit Freunden dann und wann und diverse Festivitäten, des abends einfach nur völlig k.o. auf die Couch gefallen bin. Der Juli war fast ein Komplett-Ausfall.

Gott sei Dank gab es aber ein paar Urlaubstage hier und da, die mich durchschnaufen ließen. Und die in diesem Jahr besonders sinnvoll genutzt wurden, um endlich mal ein paar Schreibratgeber zu erforschen. Meine Wahl fiel auf so wunderbare Titel wie:

„Wort für Wort“ – oder die Kunst ein gutes Buch zu schreiben (Elisabeth George)

„Wie man einen verdammt guten Roman schreibt“ (James N.Frey) – bei diesem Titel hat sich mein Kollege schlapp gelacht!

und natürlich der Klassiker:

„Das Leben und das Schreiben“ (Stephen King)

Hochinteressant, wenn man die Bücher und ihre Autoren mal in den direkten Vergleich stellt.

James N. Frey liest sich quasi nebenbei, ganz locker vom Hocker. Er hat eine Unmenge guter Tipps und erscheint einfach ganz nahe am Metier. Leicht verdaulich, und doch gehaltvoll. Und sehr unterhaltsam!

Ich muss dazu sagen, ich habe noch nie ein Buch zum Thema schreiben gelesen. Bis auf die Blogs, denen ich folge (und die mich schon oft genug verblüfft haben mit ihren Tipps und Sichtweisen), bin ich also ein ziemlich unbeschriebenes Blatt…

Zuerst gab ich Elisabeth den Vorzug. „Wort für Wort“ ist sehr detailliert, ein bisschen „trocken“, überaus strukturiert und wohlbedacht in allen Einzelheiten. Sie geht ins Detail, hinterfragt alles und erarbeitet eine Vielzahl von Themen. Ihr erklärtes Ziel ist es, dem Leser das richtige Handwerkszeug beizubringen.

Mich, allerdings, hat sie mit dem vielen Werkzeug schier erschlagen!

Durch das ganze Buch hindurch zieht sich ein dicker fetter roter Faden, der da heißt: Schreiben ist Arbeit! Mühsame Arbeit! Und die muss korrekt und sorgfältig geplant, strukturiert, entwickelt und durchgeführt werden…

Natürlich hat sie recht damit! Meistens. Aber ganz im Ernst?

Wenn ich nach ihren Regeln spielen wollte, hätte ich wahrscheinlich, noch bevor ich den ersten Satz zu Papier bringe, ein ganzes Jahr Arbeit hinter mir – und längst die Lust am Projekt verloren! Mir macht es einfach keinen Spass, für jede Figur erst mal einen gründlichen Lebenslauf zu erstellen, gefühlte 25 Interviews zu führen, die Sprache und die Kleidung, ihre Umgebung und vielleicht auch noch den Stammbaum bis in die zehnte Generation zurückverfolgt auswendig zu lernen, bevor ich ihr erlaube das Spielfeld zu betreten…

Und auch meine Welt (Fantasy!! Yeah!) erschafft sich nur grob, bevor sie bevölkert wird. Ansonsten gestalten meine Figuren ihre Umgebung, auch wenn das ab und zu zu kleineren, und wahrscheinlich völlig überflüssigen, Korrekturschleifen führt.

Ich bin ganz sicher kein Plotter!

Das habe ich damit gelernt. Ich enge mich ein, wenn ich im Vorhinein schon jedes Detail kenne und verliere den Spaß an der Sache.

Tja, wen wundert´s also, dass ich im Gegensatz dazu von Stephen King schlichtweg begeistert war? „Das Lesen und das Schreiben“ ist genau nach meinem Geschmack. Stephen unterhält und schlägt vor, ohne auch nur einmal den mahnenden Zeigefinger zu erheben. Ein bisschen Chaos ist menschlich und damit erlaubt. Auch Stephen versucht uns das richtige Handwerkszeug in den Werkzeugkasten zu packen. Aber dabei erlaubt er sich selbst – und seinem Leser – Fünfe auch mal gerade sein zu lassen. Er vermittelt die Regeln, nicht um sie mir stur um die Ohren zu hauen, sondern um mir bewusst zu machen worauf ich mich einlasse, wenn ich sie mal breche.

Ganz abgesehen davon, dass natürlich auch seine eigene Geschichte einen guten Teil seines Buches ausmacht (was uns einen guten Einblick gibt in die Hochs und Tiefs eines Autors, der es immerhin dann doch irgendwann zum ganz großen Durchbruch geschafft hat!) ist „Das Leben und das Schreiben“ für mich eines der Highlights des Sommers gewesen!

Ich bin ein Pantser! Yep! Weitgehend…

Damit bin ich ganz zufrieden. Natürlich habe ich einen Plan, aber der umfasst doch eher das Große und Ganze, und die Details entwickeln sich beim Schreiben…

Soweit so gut! Also war er wohl doch kein Komplettausfall dieser Sommer.  😀  Jetzt flaut die Hitze hoffentlich wieder ab und der Tatendrang steigt:

Nachdem ich nämlich den ganzen August mit dem absolut großartigen, und unglaublich lehrreichen Boot Camp von Ellen Brock verbracht habe (once more: a huge thanks to you, Ellen! for putting all your time and effort into such a wonderful project!), dabei ´ne ganze Menge gelernt habe (Fans lesen Fanfiction eben doch sehr viel wohlwollender als Autoren-Kollegen, und sie verzeihen deutlich mehr Fehler und Umständlichkeiten! 😉 Auweia!!!) – habe ich mich zu zwei Entscheidungen durchgerungen.

1.) – ein neues (aka: gebrauchtes und deshalb viiieeeel billigeres) englisches Grammatik Buch musste her!  (es ist ja auch schon verdammt lange her, dass ich English lessons besucht habe!)

und 2.) – und das tut ein bisschen weh – : Ich werde diesen Blog vorerst nicht mehr zweisprachig führen (können).

Ja, das tut weh! Gestartet bin ich nämlich mit der Überzeugung, dass zweisprachig einfach mehr Leute erreicht (Haha! Dafür müsste man natürlich regelmäßiger, um nicht zu sagen VIEL!! regelmäßiger schreiben) und dass ich meine fanfiction mit einbinden kann. Letzteres ist aber zur Zeit schlicht zu vernachlässigen. Meine Fangemeinde (also die meiner Show, nicht meine eigene! 😉 ) ist ziemlich eingeschlafen (kein Wunder, nachdem unsere Show seit 4 Jahren nicht mehr existiert…) und meine aktuelle Story „Pride&Destiny“ ruht seit Februar. (Sie ruht! Sie ist nicht tot!!) Also macht zweisprachig nicht wirklich Sinn. Denn wie sich herausgestellt hat, ist der Aufwand letztlich doch in keinem Verhältnis zum Nutzen, und wenn ich drüber nachdenke, so hat mich der Druck, (den ich mir selber aufgemacht habe), jeden Post auch in Englisch einzustellen, zu oft vom Schreiben abgehalten…

Mal eben ein paar Sätze zu einem Thema loszuwerden, dass mir gerade auf der Seele brennt, ist halt nicht ganz so simpel, wenn man das Ganze auch noch in einer anderen Sprache präsentieren will. Und, um mich nicht zu blamieren, müsste ich einfach sehr konzentriert übersetzen – was einfach viel zu viel Aufwand bedeutet (*hüstel*und deshalb lieber gleich gar nix geschrieben wird…*hüstel*)

  • Okay, ob das nun bedeutet, dass hier in Zukunft mehr und regelmäßiger gepostet wird, bleibt natürlich abzuwarten, aber ich bin guter Dinge! 😀

Vielleicht wird aber dennoch hier und da ein englischer Post auftauchen, oder ein Link oder natürlich meine englische Fanfiction.

Aber ansonsten konzentriere ich mich besser auf ein bisschen mehr Regelmäßigkeit – und natürlich auf mein Fantasy Projekt: „Zwischen den Welten“.

Der Roman ist mittlerweile ein ganz gutes Stück vorangekommen (obwohl dieser Sommer wie gesagt fast ein kompletter Ausfall war!) Derzeit bin ich bei 80.000 Worten (einige tausend, die schon wieder entsorgt wurden, nicht mitgerechnet…)

Dazu aber mehr beim nächsten Mal! 😀

Einen schönen Sonntag noch!

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5 Kommentare to “„Vom Leben und vom Schreiben“…”

  1. Plotter, Pantser, irgendwas dazwischen… ist doch völlig egal, Hauptsache, dir macht Schreiben Spaß. Alle Methoden sind ok, solange sie zum Ziel eines guten Buches führen.
    80k wären für die meisten schon ein kompletter Roman, aber da hat sich der durchschnittliche Fantasy-Autor gerade mal warmgeschrieben 😉 Immer fleißig weiter dran basteln, ich warte hier auf Nachschub!

    • Eigentlich bin ich gerade in einer Schaffensphase. Und die 80.000 sind etwa die Hälfte.Aber da ich einige Szenen offen lasse und später ausarbeiten muss, werde ich wahrscheinlich die einzige Autorin sein, die mit 160k Worten in die Überarbeitung geht – und mit 250k wieder raus kommt *lacht* Im Moment hab ich einfach zuviel im Kopf, was ungeordnet (Yep, da isser, der Pantser! MIST!) zu Papier will.
      Aber du gehörst zu den ersten die teilhaben werden…. 😀

  2. Interessanter Bericht! Ich mag „ein wenig“ Struktur beim Schreiben ja auch, aber wie du schon schreibst: wenn es darum geht, dass man THEORETISCH ein ganzes Jahr für die Vorbereitung braucht, ist der Spaß doch schon vorbei bevor man richtig angefangen hat…

    • Ja, nicht wahr? Ich bin wohl eher der Chaos Verwalter, aber dafür guck ich saelber ab und zu mit großen Augen auf den Bildschirm und frag meine Prota:
      „Nee, ne? Das ist jetzt nicht dein Ernst???“
      und find´s klasse! 🙂

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