POV1: Die starke Heldin…

Hallo? Du? Ja Du! Genau Dich meine ich! Hör mir mal zu:

Ich muss mich entschuldigen.

Nein, wirklich! Ich muss mich sehr bei dir – ach was sag ich: bei euch allen entschuldigen!

Die Sache ist nämlich die: Eigentlich wurde dieser Blog ja mal irgendwann ins Leben gerufen um – zumindest halbwegs aktuelle – Geschichten aus dem täglichen Allerlei einer angehenden Autorin zu erzählen. Und nun schaut euch an, was daraus geworden ist…

Ich fürchte ja, das ist alles meine Schuld. Ich bin es nämlich, die diese Autorin nahezu täglich in den Wahnsinn treibt, natürlich nicht alleine – ich kann ja nicht für alles verantwortlich sein – sondern zusammen mit Freunden, Widersachern und natürlich allen Schatten. Die ihr so manche unruhigen Nächte beschert und sie ständig vor neue Tatsachen stellt. Sie selbst kann da eigentlich nicht wirklich was dafür.

Ach, das wusstet ihr gar nicht?

Nun, dann lasst mich kurz erklären:

Mein Name ist Alex. Also jedenfalls ist er das im Moment. Mit vollem Namen eigentlich Alessa Kaylaan da Nadi. Ich habe aber schon läuten hören, dass ich demnächst eventuell Sascha heißen könnte. Aber… „tut das was zur Sache?“, fragt ihr. Namen sind schließlich Schall und Rauch, nicht wahr? Und da habt ihr natürlich recht. Alex oder Sascha… wen kümmert’s?

WER ich bin, das ist wichtig.

Und da kommen wir auch schon zu meinem Problem:

Ich bin nämlich die Protagonistin.

Also: die Prota! Die starke Heldin! *verdreht die Augen* Von wegen starke Heldin!

Ich bin die arme Socke, die auf’s heiße Eisen gefesselt in jedes Feuer geworfen wird und dann zusehen kann wie sie aus dem Mist wieder rauskommt.

Oder, anders gesagt, die ehemalige nette Mary Sue, die eigentlich ein wunderbares Leben in Friede und Eierkuchen gelebt hat, bis diese Möchtegern-Autorin auf die unfassbar dumme Idee kam, mir einen Job in ihrem Roman zugeben.

Das war vor fast drei Jahren. Und ganz ehrlich: ich frage mich jeden Tag auf’s Neue, welcher Teufel mich geritten hat, diesen Job anzunehmen!

Ihr kennt das vielleicht: Gestern noch gemütlich von Job zu Job gehuscht, kurz vor der Hochzeit gewesen mit dem Einen, in den man sich mal vor Ewigkeiten verliebt hatte, die kleineren Alltagsprobleme weitgehend im Griff, nicht unzufrieden. Schön, vielleicht auch nicht so richtig glücklich, aber wer weiß schon was Glück ist?… Und plötzlich – ZACK! – ist das alles vorbei und kommt wahrscheinlich nie wieder.

Es heißt ja, man weiß erst so richtig zu schätzen was man hat, wenn man es verliert.

Und jetzt haltet euch fest: Das stimmt!

Also, zumindest habe ich anfangs gedacht, dass das stimmt.

Heute sind wir fast drei Jahre weiter. Und zu behaupten, ich wäre mir da immer noch so sicher, wäre eine glatte Lüge.

Oh, natürlich habt ihr recht, wenn ihr sagt: Schön blöde! Wenn man sich mit einer Autorin einlässt, weiß man doch, was da auf einen zukommt! So Achterbahn und Kirmes, Himmel und Hölle und so…

Aber, Mary Sue? Na, was soll ich sagen? Genau betrachtet war ich ja keine richtige Mary Sue. Nur so ein bisschen. Aber das erklärte sich aus den Umständen. Die ich ja damals selbst noch nicht kannte.

Mein Leben wird durch die Tatsache erschwert, dass meine Autorin sich für ein Genre entschieden hat, in dem ich nicht wirklich viel zu lachen habe: Fantasy! Low Fantasy, um genau zu sein. Das „Low“ erspart mir wenigstens die Begegnung mit Zwergen und Elfen und was sich im High-Bereich noch so alles tummelt. Aber unter uns: Hätte sie mich nicht zum Star in einer netten, unschuldigen Romanze machen können? Am besten die Sorte „armes, aber tolles Mädel trifft wohlhabenden Gönner, der sie den Rest ihres Lebens auf Händen trägt“? So im bewährten Hedwig-Courths-Mahler Stil? Oder die neumodische YA Romantik.

Aber nein! Fantasy und Abenteuer auf Leben und Tod muss es sein.

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Andererseits – so, wie ich sie mittlerweile kenne, hätte meine Autorin selbst aus so einer hübsch-harmlosen Romanze noch ein BDSM Drama mit Mord und Totschlag gemacht, sowas „Fünzig Schatten“-Artiges, auf Speed – und ich wäre doch wieder die Dumme gewesen. Sie hat so einen Hang zu unangenehmen Überraschungen…

Immerhin: Schatten hat’s in meinem Abenteuer ja auch. Und die haben es in sich! Ich mag sie, die Schatten. Solange sie keine Bestien sind, natürlich…

Also wenn ich jetzt so drüber nachdenke?

Hmm… langweilig ist mir nicht. Immer was los, hier.

Vielleicht ist es ja doch gar nicht so übel, dass ich jetzt die Fantasy-Heldin bin. Mal abgesehen davon, dass es cool ist, gegen Bestien zu kämpfen, zu reiten, mit magischer Energie klar zu kommen,  habe ich auch noch ein paar wirklich tolle Leute an meiner Seite, aber von denen erzähl ich euch das nächste Mal.

Falls ich bis dahin noch in der Lage bin, euch Hallo zu sagen.

Ich hab nämlich meine Autorin vorhin in heftiger Diskussion mit ihrer Muse ertappt.  Ich fürchte, sie will jetzt langsam ernst machen mit dem Showdown…Und das verheißt nix Gutes. Also nicht aus meiner Sicht.

Für euch allerdings könnte das ein Heidenspaß werden…

Na, wir werden sehen. Ich zieh wohl besser schon mal die Rüstung an und geh mich aufwärmen. Das riecht gewaltig nach blutigem Kampf. Mal sehen, ob mein Schatten diesmal erscheint…

Drückt mir die Daumen. Wir sehen uns!

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Also …das hoffe ich jedenfalls…

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3 Kommentare to “POV1: Die starke Heldin…”

  1. Danke für die witzige Vorstellung von Alex. Kommt Jona auch noch dran? Oder ist das Muffelchen zu mundfaul? 😉

    • 🙂 Aww, ich freu mich, dass es dir gefällt!! Ansonsten scheint es allerdings nichtbesonders anzukommen…
      Aber ja, geplant ist eine kleine Serie, in der meine Figuren ein bisschen aus dem Nähkästchen plaudern. So ungezwungen wie Alex wird vielleicht nicht jeder einfach drauf los quasseln, aber das wird sich zeigen. Mir ist es eine willkommene Abwechslung zum ernsten konzentrierten Schreiben. Und ich hoffe, damit auch bei diesen oder jenen ein bisschen Interesee zu wecken…
      Marketing kann ja nie zu früh starten.
      🙂
      Jona kann so maulfaul sein wie sie will (sie hat sich ein bisschen weiterentwickelt…), früher oder später muss sie ihren Senf dazu geben. Un d wenn’s ein rant ist…
      Und besonders freue ich mich darauf, die Muse zu Wort kommen zu lassen. Die geht mir gerade auf die Nerven:

      Derzeit überarbeite ich den dritten und letzten Part. – Geht’s dir auch so, dass kurz vor Abschluss tausend kleinigkeiten einfallen, die unbedingt eingebaut werden müssen? Details zur Magie, zur Welt, zum Background etc..?
      Es macht mich kirre…
      Grrrrr….

      Hab ein schönes Wochenende! 😉

      • Ich kann mir Jonas einsilbige Antworten gut vorstellen. Es sei denn, sie darf ein bisschen lästern … 😉

        Kurz vorm Ende fällt mir immer auch alles ein, was UNBEDINGT noch rein muss (was es nicht tut) und auf JEDEN FALL erwähnt werden muss (was es nicht tut) und was ich KEINESFALLS unterschlagen darf (was ich darf und sogar soll).
        Ich mach dann einfach stur weiter mit dem alten Plan, schreibe mir alles brav in die Notizen und überlege nach der 1. Überarbeitung, was von den Notizen wirklich in die Endfassung muss und was davon nur der perfide Plan der Muse ist, mich nie zum Ende kommen zu lassen. Weil sie ewig an diesem einen Buch schreiben möchte. Biest.

        Ich halte eine Artikelserie mit den Haupt- und Nebencharakteren für eine schöne Idee. Und es stimmt, es ist nie zu früh, mit dem Marketing anzufangen 🙂

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